Termine
Abschnitt 1 23.11. – 26.11.2026
Abschnitt 2 12.01. – 14.01.2027
Abschnitt 3 23.02. - 25.02.2027
Konzept und Umfang
Die Qualifikation „Demenzbeauftragte/r im Krankenhaus“ umfasst insgesamt 100 Unterrichtseinheiten (UE) und ist wie folgt gegliedert:
Präsenzzeit 80 UE
Praxisaufgabe 12 UE
Literaturstudium 8 UE
Zwischen den beiden Kursabschnitten sind zwei Praxisarbeiten anzufertigen, mit der Zielstellung, die gelernten Inhalte, bezogen auf eine/n bestimmte Patientin/Patienten, in der beruflichen Praxis, konkret einzuüben und zu reflektieren.
Dabei geht es insbsondere darum, fallbezogen vorhandene Strukturen und Prozesse zu analysieren und adäquat auf die spezifische Situation und die Bedürfnisse des Patienten mit Demenz gemeinsam mit dem therapeutischen Team und den Angehörigen anzupassen.
Die Teilnehmenden erhalten am Ende der Weiterbildung ein Zertifikat, aus dem Umfang und Inhalte sowie die Praxisaufgaben hervorgehen.
Voraussetzung ist die Teilnahme an allen Weiterbildungsabschnitten sowie das Erstellen beider Praxisaufgaben.
Die Qualifikation ist zudem Teil der modularisierten Weiterbildungen im Bereich der Geriatrie und Gerontopsychiatrie.
Die Teilnehmenden können, bei Bedarf, ein weiteres Aufbaumodul mit dem Abschluss der „aktivierend-therapeutischen Pflege in der Geriatrie“, als Voraussetzung zur Abrechnung zur frührehabilitativen Komplexbehandlung (OPS 8-550), sowie weitere Zusatzmodule erwerben.
Einführende Überlegungen
Menschen mit Demenz sind längst Teil des klinischen Alltags – und ihre Zahl wird weiter steigen. Gerade im Akutkrankenhaus treffen sie jedoch auf Bedingungen, die sie stark belasten: schnelle Abläufe, häufige Ortswechsel, ungewohnte Umgebung und komplexe medizinische Prozesse. Die Folgen sind oft Verwirrtheit, Angst oder herausforderndes Verhalten – Belastungen, die Patient*innen wie auch das gesamte Behandlungsteam vor große Herausforderungen stellen.
Die Unterscheidung zwischen kognitiven Einschränkungen und einem Delir sowie der Umgang damit erschweren zusätzlich die pflegerische, medizinische und therapeutische Versorgung.
Demenzbeauftragte nehmen hier eine Schlüsselrolle ein: Sie richten den Blick konsequent auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, beraten das multiprofessionelle Team und tragen zu einer demenzsensiblen Organisationskultur bei.
In unserem Kurs erhalten Sie einen fundierten und praxisnahen Einblick in die deutschlandweit bedeutendste Studie zur Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Akutkrankenhaus (Schäufele & Bickel, gefördert von der Robert Bosch Stiftung). Die Ergebnisse machen deutlich:
Eine demenzgerechte Versorgung steigert nicht nur die medizinische Qualität und Patientensicherheit – sie entlastet nachweislich auch Mitarbeitende.
Möchten Sie die Zukunft einer demenzsensiblen Klinik aktiv mitgestalten?
Wir begleiten Sie auf diesem Weg. Schritt für Schritt entwickeln Sie Kompetenzen in den Bereichen:
Grundlagenwissen zu Demenz
Delirmanagement
Gestaltung einer unterstützenden Umgebung
Tagesstrukturierung und Aktivierung
Angehörigenarbeit und Kommunikation
Planung und Durchführung von Informationsveranstaltungen
Aufbau nachhaltiger demenzsensibler Strukturen im Klinikalltag
Dieser Kurs unterstützt Sie dabei, konkrete Lösungen für Ihre Einrichtung zu entwickeln – wirksame Maßnahmen, die Menschen mit Demenz zugutekommen und gleichzeitig das Team stärken.
Ziele
Die Teilnehmenden erwerben alle fachlichen und persönlichen Kompetenzen, die sie für die verantwortungsvolle Rolle als Demenzbeauftragte benötigen. Sie vertiefen ihr Wissen zu Demenz und Delir, entwickeln eine professionelle Haltung und reflektieren ihren eigenen Umgang mit betroffenen Menschen mit Demenz.
Sie lernen, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu erkennen, angemessen zu kommunizieren, herausforderndem Verhalten vorzubeugen und Krisen souverän zu deeskalieren.
Die Teilnehmenden setzen sich mit den Strukturen und Abläufen des Krankenhauses auseinander, betrachten diese aus Sicht der Patientinnen und Patienten und verbinden sie mit organisatorischen Anforderungen.
Mit diesem Kompetenzprofil werden sie zu zentralen Ansprechpartner/innen im multiprofessionellen Team: Sie können Standards und Leitlinien einbinden, Pflegekonzepte entwickeln sowie Projekte wie demenzsensible Stationsstrukturen, Arbeitskreise oder Fallbesprechungen planen und begleiten.
Darüber hinaus bauen sie Fähigkeiten auf, um Angehörige, Zugehörige und Ehrenamtliche sicher anzuleiten und unterstützende Betreuungsangebote zu gestalten.
Im Kern steht eine Haltung, die auf Wertschätzung, Respekt, Empathie und Würde beruht – und damit die Qualität der Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus nachhaltig stärkt.
Inhalte
Basiswissen Demenz / Umgang und Haltung:
Demenz Theorie: Krankheitsbild, Diagnose, Formen, Ursachen, Therapiemöglichkeiten, Delirprophylaxe, Schmerzmanagement
Umgang und Kommunikation: Grundkurs Integrative Validation nach Nicole Richard, Ressourcenorientierter und wertschätzender Umgang, Zugang finden zu den Innenwelten der Menschen mit Demenz
Sicherheit im Umgang mit Krisensituationen und Vermeidung solcher:
Herausforderndes Verhalten: Formen, Ursachen, Auslöser, Interventionen, Rückzug ermöglichen, Personzentriertes Bedürfnismodell nach Tom Kitwood, Fallbesprechungen Professionelle Deeskalationsstrategien mit Praxisaufgabe
FEM: Ursachen, Formen (mechanisch, medikamentös), rechtliche Situation, Maßnahmen zur Vermeidung, Werdenfelser Weg, Leitlinie FEM BMG Rahmenbedingungen wie Milieugestaltung Gestaltung von Aufenthaltsräumen und Patientenzimmern, Orientierungshilfen, Barrierefreiheit
Interprofessionelles Teamwork
In Beziehung treten (Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von MmD)
Expertenstandard Beziehungsgestaltung: Inhalte, Beschäftigung und Aktivierung, Möglichkeiten und Angebote, 10 Min. Aktivierung, MAKS, in Beziehung treten, Biografiearbeit, Rituale und Gewohnheiten kennen und integrieren, Zugang finden und in Beziehung treten, das zentrale Lebensthema nutzen, mit Praxisaufgabe
Pflegerische Handlungskompetenz:
Ernährung: Probleme, Zugang finden, Schluckstörungen, Eat by Walking, Fingerfood, Kostformen, Umgang mit Apraxie und Agnosie, Expertenstandart, Vermeidung von Mangelernährung
Mobilisation von Menschen mit Demenz, Kommunikation durch Berührungsimpulse, Verbesserung der Körperwahrnehmung Kinästhetische Arbeitsweise, Positionen gestalten, Transfers
Das demenzsensible Krankenhaus- Ideenwerkstatt
GHOST Studie Alzheimer Gesellschaft, Leitlinie Demenz, Möglichkeiten der Umsetzung in der eigenen Einrichtung, Ideen für einen Handlungsleitfaden (Roter Faden) zum Umgang mit Menschen mit Demenz in Ihrer Einrichtung
Methoden/Medien
Die Dozentinnen/Dozenten orientieren sich an den Prinzipien der Erwachsenenbildung. Ausgewählte Methoden und Sozialformen sind theoretische Impulse, Diskussion und Austausch im Plenum sowie die Arbeit in Kleingruppen. Insbesondere wird im Seminar Wert auf konkretes fallbezogenes Arbeiten gelegt.
Sie reflektieren konkrete Situationen aus Ihrem beruflichen Alltag.
Anmeldebedingungen
Claudia Niemann
Zielgruppe
Pflegefachkräfte aus allen Fachbereichen, sowie Fachkräfte aus den Bereichen der Therapie, z.B. Ergotherapeutinnen/-therapeuten, Logotherapeutinnen/-therapeuten, Sozialpädagoginnen/-pädagogen aus Akutkrankenhäusern und Kliniken
Kosten
1.458,00 €
Für katholische Einrichtungen 1.416,00 €
(o.g. Preise zzgl. Seminarverpflegung pro Tag: 28,00 €)
Veranstaltungsnummer
DB/K 2026